Erfolgsgeschichte

MI-LQ ‒ Maschinelle Intelligenz zur objektiven Bestimmung individueller Lebensqualität 

Digitale Dienste sind wichtige Bestandteile aller Lebensbereiche und daraus entstehen auch große Datenmengen. Diese werden durch große Konzerne genutzt, um das Nutzerverhalten zu modellieren und damit den Verkauf der Dienste und Produkte zu steigern. Das beeinflusst die Lebensqualität. Um die Folgen der Digitalisierung auf die Lebensqualität weiter zu erforschen und positiv beeinflussen zu können, braucht es objektive Mess- und Analysemethoden, welche die durch die Nutzung digitaler Dienste generierte Datenmengen auswerten. Das Projektteam nimmt diese Herausforderung an und schafft den Einstieg in eine Welt neuer objektiver Quantifizierungsmöglichkeiten der Lebensqualität, die somit bewusst verbessert werden kann. Inhaltlich wird der Fokus auf das Szenario „Lebensqualität in der Büro- und Wohnumgebung“ gelegt. Das zentrale Projektziel liegt in der Erstellung einer LQ-App, die zunächst digitale Daten der Nutzenden erfasst und die daraus ermittelten Auswirkungen auf die LQ sowie Empfehlungen zur LQ-Verbesserung abbilden soll. Das Projekt läuft seit dem 01.08.2023 und ist bis zum 31.07.2025 anberaumt.

 

Business Intelligence im Gesundheitswesen

Projektteam 

Das InnoTeam MI-LQ setzt sich aus den Projektpartnern:

  • InfAI e. V., Universität Leipzig (Professur für Health Economics and Management),
  • Appsfactory GmbH,
  • WIG2 GmbH und
  • 4K ANALYTICS GmbH zusammen.

Das Projekt wird im Rahmen der MINT-Fachkräfteentwicklung 2021–2027 durch die Sächsische Aufbaubank (SAB) und den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.

 

Ausgangssituation

Digitale Dienste spielen in der modernen Arbeitswelt eine zentrale Rolle. Sie können die Arbeit erheblich erleichtern und damit die Effizienz steigern. Die dabei anfallenden Daten können zur Modellierung des Nutzungsverhaltens verwendet werden. Einige Initiativen wie z. B. das Ethically Aligned Design der IEEE arbeiten bereits daran, die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Lebensqualität (LQ) zu erforschen und positiv zu beeinflussen. Die Herausforderung besteht darin, dass die LQ derzeit fast nur über Befragungen ermittelt wird, womit eine objektive und automatisierte Messung fehlt. Zwei wichtige Aspekte ermöglichen eine objektive und automatisierte Messung:

  • durch die Nutzung digitaler (oft App-basierter) Dienste geschaffene breite, tiefe und aktuelle Basis an Personen- und Sachdaten, die Hinweise auf den jeweils aktuellen Status der personenspezifischen LQ enthalten (z. B. Stimmfarbe, Kommunikationsverhalten, Biomarker, Bewegung, …).
  • ausgefeilte Analysewerkzeuge, leistungsfähiges Maschinelles Lernen (ML) und Künstliche Intelligenz (KI) in Verknüpfung, die ermöglicht, multimodale Daten zu fusionieren, um daraus Indikatoren und Einflüsse für die LQ zu identifizieren.

Das InnoTeam MI-LQ möchte hier ansetzen und versuchen, die Auswirkungen der digitalen Arbeitswelt auf die LQ der Nutzenden im Szenario „Büro- und Wohnumgebung“ datenbasiert und objektiv zu bewerten, um dadurch Anhaltspunkte für eine Verbesserung der LQ zu erhalten.

 

Vorgehen

Das Projektvorgehen gliedert sich in mehrere Schritte:

  1. Systematische Literaturrecherche und Identifizierung der Faktoren
  2. Strukturierung der Indikatoren und der bisher angenommenen Wirkung auf die LQ
  3. Bildung technischer Grundlagen und Datenerhebung aus personenspezifischen digitalen Datenquellen, die das digitale Nutzungsverhalten abbilden
  4. Analyse der Messdaten mittels ML und KI im Hinblick auf ihre Wirkungsrichtung und -stärke auf die subjektiv empfundene LQ
  5. Ergebnisse und Überprüfung der theoretischen Modelle

Durch diesen Ansatz wird sowohl die objektive Messbarkeit der LQ erreicht und ein tieferes Verständnis für die Auswirkungen der digitalen Dienste auf die LQ. Das Vorhaben trägt zur Überprüfung bestehender theoretischer Modelle bei und liefert wertvolle Erkenntnisse für künftige Forschungen auf diesem Gebiet.

 

Projektnutzen

Durch die neuen Quantifizierungsmöglichkeiten der LQ und ihre objektive Messbarkeit ist ein großes gesellschaftliches und wirtschaftliches Nutzenpotenzial der geplanten Ergebnisse zu erwarten:

 

  • LQ-fördernde Gestaltung und Zertifizierung von digitalen Diensten und Anwendungen (Apps, Geräte usw.) in verschiedenen Anwendungskontexten
  • Bewertung öffentlicher/politischer und privatwirtschaftlicher Maßnahmen hinsichtlich ihrer LQ-bezogenen Wirkungen auf die jeweils betroffenen Personengruppen
  • Bereitstellung des im Projekt erarbeiteten fachlichen und technischen Know-hows einem breiten Adressatenkreis aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

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